Mehr Infos

ⓘ Hinweise zur Produktauswahl, Finanzierung & Bewertung

So werden Schuhe hergestellt

Bugatti SchuheAuch wenn barfuß laufen gerade im Trend liegt, so tragen wir doch gerne Schuhe an den Füßen, um sie zu schützen. Zudem sind sie für viele Menschen – insbesondere Frauen – auch ein modisches Accessoire. Wenn das Oberteil des Schuhs an die Sohle genäht wird, so bezeichnen dies Experten als Hochzeit. Denn zwei eigenständige Teile werden miteinander verbunden. Doch wie entstehen eigentlich Schuhe bis sie im Regal eines Geschäftes landen?

Der Aufbau aller Schuhe ist ähnlich

So werden Schuhe hergestelltAuf dem Markt kann man unzählig viele verschiedene Modelle an Schuhen finden. Ob

» Mehr Informationen

alle haben einen ähnlichen Aufbau, auch sie sich optisch sehr unterscheiden. Wenn wir ganz allgemein zu einem Schuh sprechen, dann denkt man zunächst an ein klassisches Grundmodell, das optisch an einen Herrenhalbschuh erinnert.

Wie werden Schuhe in Kategorien eingeteilt?

Eine einheitliche Regelung, wie man Schuhe in bestimmte Typen und Arten einteilt, gibt es nicht. Gebräuchliche Unterteilungen von Schuhen sind:

» Mehr Informationen
Einsatzzweck Machart Schuhform Schuhmodell Schuh-verschluss
Straßenschuh durchgenähter Schuh Halbschuh Sneaker Schnürschuh
Sport-/Turn-schuh geklebter Schuh Schaftstiefel Pumps Loafer
Hausschuh Rahmen genähter Schuh Stiefeletten High Heel Reißverschluss-Schuh
Wanderschuh vulkanisierter Schuh Langschaftstiefel Boots Spangenschuh
Tanzschuh California Schuh Sandale Gummistiefel Monkstrap
Fußballschuh Pantolette / Pantoffel

Weitere Einteilungen der Schuhe können sein:

Schaftschnitt Schaft- oder Bodenschnitt Spezialschuhe Funktion Geschlecht des Trägers
Derby Lederschuh Sicherheits-schuhe Sommerschuh
Oxford Holzschuh Winterschuh
Kropfschnitt Gummischuh Abendschuh Damenschuh
Kreuzsandale Membranschuh Herrenschuh
Brokatschuh Kinderschuh

Seit wann werden Schuhe von Menschen getragen?

Es ist wohl ein menschliches Bedürfnis die nackten Füße beim Gehen und Laufen bedecken und schützen zu wollen. Dies liegt wohl darin, dass wir in unseren Füßen über 7.000 sensible Nerven haben. Aus diesem Grund tragen Menschen schon sehr lange Schuhe. Auch wenn die ersten Modelle kaum an unsere heutigen Schuhwerke erinnern. Bereits die Neandertaler haben um ihre Füße Felle und Häute von Bären und Mammuts gewickelt. Diese Ur-Schuhe boten einen Schutz vor steinigen und spitzen Oberflächen, Dornen, Kälte und Schnee oder auch Schlangenbissen. Die Römer achteten später auch auf die Optik. Sie stellten schicke Sandalen und Schuhe her und begannen auch unterschiedliche Formen für den rechten und linken Fuß zu kreieren. Ab dem Mittelalter waren Schuhe für Bauern und Ritter unentbehrlich. Herrscher und Könige bevorzugten auch Schuhe mit Absätzen, um größer auszusehen. Bis zirka Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Schuhe von einem Schuhmacher individuell per Hand angefertigt. Ab etwa 1850 begann die erste industrielle Herstellung von Schuhen in den USA, so es zu einer Massenproduktion von Schuhen mit Maschinen kam. Dadurch wurden massgefertigte Schuhe durch Schuhen mit Konfektionsgröße ersetzt.

» Mehr Informationen

Was sind die Vor- und Nachtteile von handgefertigten Schuhen beziehungsweise Konfektionsschuhen?

Die Pros und Cons sind bei Konfektionsschuhen schnell erklärt. Der größte Vorteil ist, dass man sie schnell kaufen beziehungsweise bestellen kann und dies meist zu einem günstigen oder zumindest passablen Preis. Der Nachteil ist, dass sie nicht auf den eigenen Fuß individuell geformt sind. Dies kann auf Kosten der Fußstellung und Gesundheit gehen.

Maßschuhe bringen folgende Vorteile mit sich:

  • genau auf den eigenen Fuß angepasst
  • viel Komfort
  • positiv für die Fußgesundheit
  • meist sehr hochwertige Qualität
  • individuelle Herstellung hinsichtlich Größe, Material und zusätzliche Features möglich

Können Maßschuhe auch Nachteile haben?

Eigentlich gibt es nur ein Contra, was gegen handgefertigte individuelle Schuhe spricht und dies ist der Preis. Da die Schuhe von einem Schuhmacher speziell hergestellt werden, muss man natürlich mit hohen Kosten rechnen. Der Preis für ein Paar Schuhe kann bei zirka 1.000 Euro liegen. Wenn man sich dies gönnen möchte, dann kann man auch über ein zweites Paar nachdenken. Denn die Erstanfertigung ist meist so teuer, weil ein Fußabdruck sowie eine Fußvermessung vorgenommen werden muss. Dies fällt beim Kauf von weiteren Modellen weg.

» Mehr Informationen

Maßgefertigte Schuhe günstig kaufen: Wer sich für individuell angepasste Schuhe interessiert, der sollte sich im Internet und in Online-Shops genauer umsehen. Es kann sich sehr lohnen, Erfahrungsberichte von Kunden zu lesen und auch Preise zu vergleichen. Die Kosten für handgefertigte Schuhe von einem Schuhmacher können sehr variieren.

Wie werden Schuhe im Detail hergestellt?

Profis nennen die Herstellung von Schuhen „Schuhbau“. Grundsätzlich läuft die Produktion bei fast allen Schuhen gleich ab. In aller Regel besteht ein Schuh aus zwei wichtigen Teilen. Der Schaft, das ist der obere Teil, und der Sohle, welche den unteren Teil (also den Boden) darstellt, bilden einen Schuh, sobald sie miteinander verbunden werden. Bei Maßschuhen werden diese durch den Schuhmacher auf die individuelle Form der Füße angepasst. Schuhe, die in einer Massenproduktion hergestellt werden, basieren auf festgelegten Konfektionsgrößen. Diese sind Durchschnittswerte, welche für den Leistenbau des Schuhs verwendet werden.

» Mehr Informationen

Schritt 1: Maßnehmen beim Schuhmacher

Beim Maßschuh ist der erste Schritt das sogenannte Maßnehmen. Damit der Schuh individuell angepasst werden kann, wird zunächst mit einer Art „Stempelkissen“ ein Fußabdruck genommen. Zudem werden die Füße auch vom Fachmann professionell vermessen. Gerade wer unter einer Fußfehlstellung leidet, kann von dieser persönlichen Vermessung profitieren.

Schritt 2: Die Basis – Leisten

Die Grundlage für jedes Paar Schuhe bilden die sogenannten Leisten, denn sie formen den Fuß nach. Dabei wird die individuelle Größe bei Maßschuhen berücksichtigt. Die Leisten sind verantwortlich für den Tragekomfort der Schuhe. Schuhmacher verwenden traditionell Leisten aus Vollholz – oftmals Buche -. Gerne stellen sie diese Maßleisten selbst her. Falls der Schuhmacher auf vorgefertigte Holz-Rohleisten zurückgreift, dann kann er diese aber auf die persönliche Größe und Fußform schleifen. Es entstehen dabei sogenannte Peduleisten, also eine rechte und linke Leiste.

Wissenswert: Bei Schuhen, die in der Massenproduktion hergestellt werden, verwendet man Standard-Leisten. Diese sind für durchschnittliche Füße entwickelt und orientieren sich nach den bekannten Konfektionsgrößen. In der modernen Schuhindustrie werden neben Holzleisten mittlerweile auch Kunststoff- beziehungsweise oder Aluminiumleisten benutzt.

Schritt 3: Herstellung von Boden und Sohle

Die berühmten „Indianer-Schuhe“, die sogenannten Mokassins, haben nur eine Sohle. Doch die meisten Halsschuhe besitzen zwei oder sogar mehrere Sohlen. Dabei handelt es sich um die Innensohle (auch Brandsohle genannt) und die Außensohle (Laufsohle). Abhängig von der Qualität der Schuhe haben auch die Sohlen ein entsprechendes Material. Bei höherwertigen Schuhwerken besteht auch die Brandsohle aus einem meist strapazierfähigem Material wie Leder. Bei günstigeren Modellen ist die Innensohle auch aus billigen Materialien von minderwertiger Qualität wie zum Beispiel Pappe gefertigt. Einige Schuhe haben zwischen der Lauf- und Brandsohle weitere Schichten. Diese bestehen oft aus stoß-dämpfenden Zwischensohlen beziehungsweise Extra-Einlegesohlen.

Schritt 4: Fertigung des Schafts

Der Schaft stellt den oberen Teil des Schuhes dar. Bei einem Maßschuh werden die Teile für den Schaft von dem Schuhmacher handgefertigt. Dabei wird zunächst ein Schnittmuster für den Schaft anhand einer Leistenkopie entworfen. Anschließend werden die einzelnen Schaft-Teile bearbeitet. Das bedeutet, dass der Schuhmacher diese zuschneidet, stanzt und anschließend vernäht oder klebt. Ein qualitativ hochwertiger Schaft setzt sich aus folgenden Einzelteilen zusammen:

  • Innenschaft (Futter)
  • Zwischenschaft (Zwischenfutter)
  • Außenschaft (Obermaterial)

Schritt 5: Das Zwicken…

Traditionell kommt beim Schuhbau nun das sogenannte Zwicken zum Zuge. Das bedeutet, dass der Schaft mit einer speziellen Schaftzange über den Leisten gespannt und geformt wird. Der Schaft wird dann mit der Brandsohle gezwickt, also miteinander verbunden. Je nach Modell kann diese Verbindung unterschiedlich ausfallen. Es gibt die Möglichkeit, dass die Konnexion durchgenäht, flexibel genäht oder Rahmen genäht ist. Meist findet das Zwicken mit Nähten nur bei Maßschuhen statt. Bei industrielle hergestellten Konfektionsschuhen wird die Verbindung zwischen Schaft und Sohle meist meist geklebt.

Schritt 6: Ausleisten – der abschließende Schritt

Zum Schluss des Schuhbaus werden die formgebende Leisten aus dem fertigen Maßschuhen gezogen. Diese Arbeitsschritt ist ziemlich anstrengend und anspruchsvoll. Er wird von Hand, aber bei der Massenproduktion mittlerweile auch maschinell vorgenommen.

Ähnliche und weiterführende Inhalte:

Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (50 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
So werden Schuhe hergestellt
Loading...

Einen Kommentar schreiben